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  • Ulf Bietz

Nozizeption - Der Schmerz

Wie entstehen Schmerzen ?


Im Körper existieren spezielle Nervenrezeptoren, die auf potentielle Schädigung des Gewebes reagieren, wobei diese Schädigung durch chemische, thermische oder mechanische Reize hervorgerufen werde kann. Diese Rezeptoren sind die sogenannten Nozizeptoren, die auch (fälschlicherweise) als Schmerzrezeptoren bekannt sind.


Bei Aktivierung senden diese Nervenenden ihre Signale bis zur Substantia Gelatinosa in der Lamina II des Hinterhorns im Rückenmark. Dort werden Neurotransmitter ausgeschüttet, die zur Weiterleitung des Signals beitragen (vor allem Glutamat, Substanz-P und CGRP). Wichtig zur späteren Verständnis ist, das hier auch Schmerzmodulierende Neurotransmitter inhibierend auf die Signale wirken können. Mehr dazu in späteren Beiträgen.


Von der Lamina II werden die Signale erst zur Lamina V und VI durchgeleitet, bevor sie das Rückenmark kreuzen und über den Tractus Spinothalamicus (auch als anterolateraler Strang bekannt) zum Thalamus hochsteigen. Wenn Sie die Beiträge zur Propriozeption gelesen haben, sollten Ihnen die Begriffe Lamina V und VI bekannt vorkommen. Ja, das sind genau die Gebiete, in denen auch die propriozeptiven Informationen umgeschaltet werden. Und das ist kein Zufall.


Der Tractus spinothalamicus leitet also Signale über Druck, Temperatur und chemische Veränderungen vom Rückenmark bis zum Thalamus. Wichtig ist hierbei, dass sowohl initiale Signale, die durch Gewebeschädigung als auch solche, die ohne Gewebeschädigung ausgelöst wurden, weitergeleitet werden.


Im Thalamus werden diese Signale hauptsächlich in zwei Kerngebieten verarbeitet, bevor sie weitergeleitet werden : in den Nuclei ventralis posterolateris (VPL) und ventralis mediolateralis (VML). Zumindest der VPL sollte Ihnen bekannt vorkommen, wenn Sie die vorherigen Beiträge gelesen haben. Auch hier : nein, das ist kein Zufall.


Erklärt dies alles also, wie Schmerzen entstehen ? Nein. Es erklärt nur welche Reize, Leitbahnen und Kerngebiete maßgeblich an dem gefühlten Schmerz beteiligt sein können. Ob wir die Reize aber wahrnehmen, wie stark wir sie wahrnehmen und (vor allem) wie wir darauf reagieren, hängt noch von vielen weiteren Faktoren ab.



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